Freitag, 5. Dezember 2008

Habemus Episcopum


Karl Golser ist der neue Bischof der Diözese Bozen-Brixen. Um 12 Uhr hat heute Diözesanadministrator Josef Matzneller im Pastoralzentrum in Bozen den Namen des neuernannten Bischofs bekannt gegeben.In Kürze folgen Fotos von der Pressekonferenz und die Worte des neuen Bischofs, die er an die Diözese gerichtet hatte.


„Christus est pax nostra!“ (Christus ist unser Frieden) lautet das Credo des neu ernannten Südtiroler Bischofs Karls Golser, unter das er sein Bischofsamt stellen will. Heute stellte sich der künftige Oberhirte der Diözese Bozen-Brixen offiziell der Öffentlichkeit vor. Der 65-Jährige wusste schon seit zwei Wochen von seinem kirchlichen Auftrag. Am 21. November sei er vom päpstlichen Nuntius angerufen worden, erzählte Golser am Freitag in Bozen auf einer Pressekonferenz. Dieser habe ihm mitgeteilt, „dass ich auf persönlichen Wunsch des Papstes zum Bischof der Diözese Bozen-Brixen ernannt werden soll“, so der Moraltheologe.


"Bin natürlich erschrocken"



Als er von der Ernennung gehört habe, sei er erst erschrocken: "Das ist ganz klar. Von einem Bischof wird viel erwartet“, betonte Golser.
Auf den Anruf folgte dann am 26. November ein persönliches Treffen in Rom, bei dem sich Golser mit dem Nuntius besprach und sein Amt offiziell annahm.
„Als ich zum Nuntius gekommen bin sagte ich ihm, ‚Wenn der Papst es so wünscht, dann sage ich ja’“, erklärte der 65-Jährige. Am nächsten Tag habe er dem Papst seine Zusage schriftlich bestätigt.
Gezögert habe er mit der Antwort nicht; es mache wenig Sinn, Nein zu sagen, so Golser: „Man müsste dafür schon schwerwiegende Gründe haben und ich hätte diese vor der Entscheidung durch den Papst einbringen müssen.“
Mit seiner Ernennung zum Bischof wird sich vieles für den Prodekan und Universitätsprofessor ändern: „Das bringt einen totalen Wandel und eine Umstellung mit sich“, unterstrich der neue Bischof. Er müsse nun von Brixen nach Bozen ziehen und seine Lehrtätigkeit aufgeben.
„Es ist eine große Herausforderung. Aber wenn das der Wille Gottes ist werde ich mich der Herausforderung stellen.“
Auf die Frage, ob er denn mit der Ernennung zum Bischof glücklich sei, antwortete Golser kurz: "Ich hätte es jedem anderen gewünscht".


Bischofsweihe erst im Frühjahr


Mit einer Bischofsweihe noch vor Weihnachten ist nicht zu rechnen. Fest steht bis dato lediglich, dass die Weihe innerhalb der nächsten drei Monate stattfinden muss. „Ich rechne mit Anfang März“, so Golser.
Bis Ende Januar stünden an der an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen noch Vorlesungen und im Februar die Semesterabschlussprüfungen an.


"Es darf nicht nur geklagt werden"


Zuversicht ist eines der Worte, das der neue Bischof großschreiben will. „Es muss wieder mehr Hoffnung verbreitet werden. Es darf nicht nur geklagt werden.“
Als Bischof werde er stark mit den Priestern zusammenarbeiten, aber vor allem auch einen direkten Draht zu den Gläubigen suchen. „Meine, unsere Aufgabe ist es, die Verbundenheit zum Glauben zu stärken.“
Stärken will er auch die Zusammenarbeit mit anderen Kontinenten, so u. a. mit der Ostkirche.


"Mehr Miteinander"


Am Herzen liegt Golser zudem das Zusammenleben, die Gemeinschaft. „Die drei Sprachgruppen, aber auch die Ausländer, die unter uns wohnen, müssen näher zueinander finden“, betonte der neue Bischof in einer ersten Reaktion.
Wichtig sei ihm auch, dass die Gemeinschaft der Priester diese deutlicher und bewusster lebe, "denn viele Priester sind Einzelkämpfer". Als Bischof sei er ein „väterlicher Freund und ein geistiger Vater“. Äußerst bedeutsam sei auch die Zusammenarbeit mit den Laien in der Kirche.
Besondere Aufmerksamkeit werde er in seinem Hirtendienst den Alten und Kranken und der Jugend widmen, denn „es braucht auch mehr Anstrengung in der kirchlichen Jugendarbeit.“
Die große pastorale Aufgabe, die auf ihn zukomme, erfülle ihn zwar etwas mit Sorge. „Es sind bestimmte Grenzen vorhanden, die ich nicht überwinden kann. So etwa mein Alter. Auch wie es sich mit meiner Gesundheit verhalten wird, ist ungewiss. Alles liegt jedoch in der Fügung Gottes.“ Grundsätzlich schaue er mit Optimismus in die Zukunft.
Das Wort „Friede“ werde in seinen Hirtenbriefen besonders oft vorkommen, kündigte Golser an, „wobei Friede dabei sehr weit verstanden werden muss, bis hin zu Shalom und Heil“, so Golser in einer ersten Stellungnahme nach der Pressekonferenz.